Aus dem Buch der Besucher der
Galerie Valmuraz Nyon
Man ist überwältigt
durch das perfekte Beherrschen der Technik,
die jedes Mal dem gewählten Thema angepasst ist
durch eine unbegrenzte animistische Aufnahmefähigkeit,
die von der Intensität des Wissens nicht gestört,
viel besser noch, die sich von wissenschaftlichen
Kenntnissen, die an der Spitze stehen, nährt
durch eine stetige Redlichkeit in dieser Synthese
zwischen Empfindsamkeit und Gedanken.
In Kürze, das Wassermann-Zeitalter hat seine Vorboten und
Herr Gérard Grandjean ist einer davon.
Vielen Dank für diese Botschaft der Weisheit und der Hoffnung.
Professor Blanc
Kunstgewerbeschule
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Galerie 'Zum Elephant' - Zurzach
Franz Keller Zurzacher Zeitung, Zurzach
Schöpfung

Der ungewohnte Weg von der Zoologie zur Malerei
Der Natur abgelauscht
Gérard Grandjean nennt drei prägende Elemente seines künstlerischen Werdegangs - die lebenslange Nähe zur Natur, seine Reisen in Gebiete, die auf der Karte noch den Charakter von 'zones blanches' haben und seine berufliche Auseinandersetzung mit der Zoologie, also der Tierwelt. Die Ausflüge mit den Eltern waren mehr als Sammeltouren fürs Herbarium. Sie zeigten auch immer die harmonischen Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Natur auf. Die ganz grossen Reisen führten über den vordern Orient zu den weniger bekannten Gebieten des mittleren Himalayas von Sikkim und Bhutan.
Nicht Abenteuer waren gefragt (obwohl sie nicht ausblieben). Das Interesse galt jenen Landschaften, die modernen Zivilisationseinfüssen noch weitgehend entzogen geblieben sind. Die Begegnung mit dieser Welt vor der grandiosen Gebirgskulisse des Himalayas ist für Gérard Grandjean zu einem Grenzerlebnis geworden. Sie darf sehr wohl zur Erklärung der mystischen Elemente in seiner Malerei beigezogen werden. Viele Themen kreisen bei ihm um die Grundfrage des Dr. Faust, welche Kräfte die Welt und auch das Weltall in ihrem Innersten zusammenhalten.
Wie sich der Künstler selber einreiht
Mit ein paar Kernsätzen in seiner französischen Muttersprache hat Gérard Grandjean sein Kunstverständnis und seine individuelle Schaffensweise prägnant zusammengefasst.
'Die Kunst ist für mich ein Wesenszug meines Daseins. Sie bedeutet eine
Möglichkeit, die grosse Weisheit der Natur auch in ihren geheimnisvollsten
und verborgensten Aeusserungen weiterzugeben Der Maler ist wie der
Bildhauer, der Musiker und der Poet ein Vermittler, dem das Privileg
zukommt, die Grösse des Schönen sichtbar und erlebbar zu machen.'
Was das eigentliche Künstlerdasein ausmacht, ist die Gnade, für den Ausdruck eine Bild- und Formensprache der besonderen Art zu finden.
Zwischen Realität und Traumwelt
Die Naturverbundenheit des Künstlers setzt sich nicht unmittelbar in die Bilder von Gérard Grandjean um. Figürliche Darstellungen sind bei ihm höchstens noch in Ansätzen erkennbar. Die gegenständlichen Erfahrungen werden stets auf ihre tieferen Zusammenhänge hinterfragt und reuziert. In diesem Sinn sind die meisten Bilder auch Grenzüberschreitungen. Die Titel lassen es erahnen.
Fata Morgana in Baluchistan
führt zu
Visionen und Wunschbilder

Auf
Die Letzte Grenze
folgt der Einstieg in
Andere Welten
zur
Blume aus dem Jenseits
bis zur Unendlichkeit im
Gesang der Galaxien
Und was sehr deutlich zu spüren ist: Der Künstler gibt sich nicht mit schnelllebigen oder gar modischen Fantasien zufrieden. Die Entwicklung seiner Themenwahl ist überzeugend nachvollziehbar. In ihrer ausgefeilten Oel-Acryltechnik stellt sie sich derart abgerundet dar, dass man sich ihrem Zauber nicht entziehen kann.
Schon fast als Kontrastprogramm nehmen sich daneben die Kleinskulpturen des Künstlers aus. Material (vorwiegend Holz) und Gestaltung bleiben hier solider Gegenständlichkeit verbunden. Zu jeder Holzart, ob Nussbaum, Olivenbaum, Eiche oder Platane, könnte der Künstler eine eigene Geschichte erzählen. So fängt für ihn die eigentliche kreative Bildhauerarbeit dort an, wo er sich mit der Wahl des Werkstoffes auseinander setzt.
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Galerie 'Zum Elephant' - Zurzach
Ursula Meier-Hirschi Aargauer Zeitung - Aarau
Schöpfung

Gérard Grandjean setzt sich malend, gestaltend und meditierend mit der Welt auseinander und vermittelt teils höchst ungewohnte Bilderlebnisse.
Wann die Zugvögel südwärts flogen, und wann ihre Rückkehr erwartet wurde, das wusste Gérard Grandjean schon als Kind ganz genau. Er verabschiedete sich von ihnen und begrüsste sie im Frühling, als wären sie seine ganz persönlichen Freunde. Im Laufe seines Lebens, bei den Naturbeobachtungen in seiner unmittelbaren Umgebung und auf seinen vielen ausgedehnten Reisen in die Himalaya-Staaten Nepal, Sikkim, Bhutan und Assam sowie in andere asiatische Länder ging es ihm immer darum, auf behutsame Weise Zwiesprache mit den Tieren und Pflanzen zu halten. Er versuchte, den Geheimnissen der Natur und der Erde als Mutter allen Lebens näher zu kommen und sowohl die Zusammenhänge als auch die Regeln des Zusammenspiels zu ergründen und sie verstehen zu lernen. Es waren Begegnungen, Beobachtungen und Erfahrungen, die sein späteres Leben als Maler prägen und bestimmen sollten.
Zwischen Traum, Esoterik und Realität
Vorerst aber führte Gérard Grandjean als Tierpräparator sein eigenes Atelier für Taxidermie, eine bestimmte Technik des Ausstopfens, die den toten Tieren ein möglichst naturgetreues Aussehen zurückgibt. Museen und private Auftraggeber, vor allem Jäger, schätzten die Arbeit des Spezialisten, doch eines Tages konnte Gérard Grandjean nicht mehr. Seine Tätigkeit wurde für ihn unvereinbar mit seinem Naturverständnis und seinem Anliegen, die Natur in ihrer Vielfalt und Ursprünglichkeit zu bewahren. Er zog sich ganz auf seinen Beruf zurück, wurde Maler und Bildhauer und begann, sich seine eigene Welt zu schaffen: eine Welt zwischen Traum, Esoterik und jenen realen Naturbegebenheiten, die Gérard Grandjean mit Hilfe seiner Fantasie und seines malerischen Könnens auf eine andere Ebene des Sehens überträgt.
So lagen beispielsweise 18 Jahre zwischen jenem Indienaufenthalt und dem Sichtbarmachen seiner ersten, tiefsten Eindrücke, als ihn die Reise durch ein einsames Bergtal führte: Unzählige Schachtelhalme, jene Urpflanze, die lange vor dem Auftauchen der ersten Menschen wuchs, säumten den Weg und auf beiden Seiten der Schlucht erhoben sich Felsen, uralte, stumme, geheimnisvolle Gesteine. Und wer genau hinschaut, wird in den grauen Felsen auf Gérard Grandjeans Bild
Himalaya der Meister
Gestalten mit menschlichen Zügen entdecken: Zu Stein geworden oder am Ende aus dem Stein erwachte Menschheitsgeschichte, denn das Wunder 'Leben' die Geheimnisse der Astralwelten und die Mythen faszinieren und beflügeln diesen Künstler stets aufs Neue.
Atlantis
der im Mittelmeer versunkene Kontinent, um dessen Existenz sich verschiedene wissenschaftliche, aber auch im Reich der Fantasie angesiedelte Theorien ranken, wird auf seinem von vielen Grün- und Türkistönen bestimmten Bild unerschütterliche Realität. Auch ins Reich jener fernen Wirklichkeiten gehört die
Blume aus dem Jenseits
eine orchideenähnliche Blüte, aus der verschiedenste, puzzelartige Teile sprühen und Leben in seiner geheimnisvollsten Form symbolisieren.
Geheimnisvoll und verborgen
Verborgene Details in Bildern, die auf den ersten Blick eher der abstrakten Malerei zuzuordnen sind, gehören zu den Besonderheiten dieses Künstlers. In seinem
Tal der Feen
spielt sich Wundersames ab: Leicht und transparent wie die Luft eines Frühlingsmorgens wirkt die Bildfläche, die bei genauem Hinschauen von unzähligen Schmetterlingen und Vögeln belebt ist.
Vom Reich der Feen ins Reich der Zauberpriester
Shamane
Die Eule, ein Attribut der Schamanen, vereinigt Tier und Zauberer in sich, und im Bild
Rasse der Visionäre
taucht ein Luchs, ein Lieblingstier des Künstlers, aus der abstrahiert dargestellten Wildnis auf.
Tibet der Legenden
nennt der Maler seine Erinnerungen an den Himalaya. Auf traumartigen Gebilden, halb Woken, halb Landschaften, werden wie von Geisterhand hergezaubert plötzlich Klöster und Paläste sichtbar.
Gérard Grandjean gibt seinen inneren Welten auch als Bildhauer Gestalt. Seine kleinformatigen Skulpturen, aus verschiedenen Hölzern wie Olive, Buche und Platane, widmet er der Fauna: Tiere, so kleine Lebewesen wie eine
Raupe
oder die
Gottesanbeterin
sind seine Vorbilder. Eindrücklich, seine aus Buche gestaltete
Tigerkralle
das Werkzeug eines Tieres hat er in eine moderne, gültige Formensprache übertragen. |